Kompakter Modelleisenbahn-Anlagen-Entwurf mit Rund- und Pendelstrecken

Großzügige Gleisanlagen mit vielen Gleisen und aufwendigen Weichenstraßen sind zum Studium zwar sehr interessant, werden aber selten nachgebaut. Heinz Lomnicky habe deshalb eine Anlage entworfen, die aufgrund ihrer geringen Abmessungen und der relativ einfachen Gleisführung vielleicht auch den weniger geübten Modellbahner zum Nachbau anregt.

Das Thema der Anlage in eine eingleisige Strecke, die sich in verschlungener Linienführung vom Bahnhof über die Brücke und den Viadukt hinab und wieder herauf windet. Die unterste Streckenebene ist in ihrem sichtbaren Teil als zweigleisige Hauptbahn angelegt, indem zu ihr parallel ein einfacher Rundkurs über den Schattenbahnhof gelegt ist. Die Züge können wechselseitig beide Kreise befahren, da eine Verbindung über den doppelten Spurwechsel mit EKW besteht. So können die Züge des Bahnhof-Kreises auch den Schattenbahnhof benutzen.

Der Bahnhof mit kleinem Lokschuppen, bescheidener Güteran lage und einem Stumpfgleis für dort eingesetzte oder endende Personenzüge ist thematisch und größenmäßig ausgelegt für kürzere Nebenbahnzüge. Die Platzierung der Einfahrsignale im vorbildgerechten Abstand zu den Ein fahr weichen vor dem Tunnel beziehungsweise vor der Gitterbrücke geben genügend Fahrstrecke für realistische Rangierbewegungen in deren Deckungsbereich.

Dank der unteren Rundstrecke kann man aber sogar mal einen kurzen TEE oder einen Schlafwagenzug auf der „Hauptbahn“ fahren lassen, ohne dass man das als Umleitungsverkehr deklarieren müsste. Auch ist die Ausrüstung dieses Strecken-Abschnittes mit Fahrleitung denkbar.

Der Streckenplan orientiert sich nicht an speziellen Vorbildgegebenheiten. Der Entwurf entstand rein nach modellbahnerischen Gesichtspunkten und natürlich auch in Hinblick auf einen realistischen Gesamteindruck. Bei der Gleisplanung wurde das handelsübliche Gleismaterial von Fleischmann mit der entsprechenden Geometrie zugrunde gelegt, wobei für die kleinen Radien möglichst R 2 zur Anwendung kam. Bei den Steigungen werden 3% nicht überschritten, und dies ist für kürzere Züge ohne Probleme zu bewältigen.

Der Gleisplan ist so konzipiert, dass ein abwechslungsreicher Betrieb durchgeführt werden kann. Von der unteren Ringstrecke mit Schattenbahnhof wird über einen Abzweig der oben gelegene Durchgangsbahnhof erreicht. Es können gleichzeitig zwei Züge verkehren, da ein aus dem Bahnhof kommender Zug nicht zwangsläufig die untere Ringstrecke befahren muss.

Der Schattenbahnhof bietet die Möglichkeit, zwei Zuggarnituren abzustellen, das dritte Gleis dient als Durchfahrtsgleis. Über das zusätzliche Kopfgleis im Schattenbahnhof und das Stichgleis im oberen Bahnhof kann mit kurzen Triebwagen, z.B. einem Schienenbus, ein Pendelverkehr durchgeführt werden, ohne die Durchgangsgleise im Tunnel zu tangieren.

Die klassische Rechteckform der Anlage erfordert bei der Realisierung keine außergewöhnlichen handwerklichen Fähigkeiten. Auf einer mit Latten versteiften mindestens 12 mm starken Grundplatte werden die Gleisrampen aufgesetzt. Diese bestehen aus 6– 8 mm starkem Sperrholz und sind entsprechend der erforderlichen Steigung durchbiegungssicher unterlegt. Der oben liegende Bahnhof ruht dann wieder auf einer durchgehenden Platte, die auch mittels Scharnieren aufklappbar angeordnet werden könnte, um einen besseren Zugang zum Schattenbahnhof zu gewährleisten.

Das Gelände sollte aus Gewichtsgründen vorzugsweise aus Styropor bestehen. Der Plan und die Geländegestaltung ist im Wesentlichen nur ein Vorschlag und vielleicht auch nur im Detail eine Anregung für die eigene Modellbahnplanung.

Text und Bilder: Heinz Lomnicky

Artikel aus N-BAHN MAGAZIN 03/2014

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