Epochenwechsel in Ennsleben

Viel Fahrbetrieb auf zwei Kreisverkehren mit zusätzlichen Wendemöglichkeiten bietet die kompakte Anlage von Ralf Lüdecke. Sie wird wechselweise mit Rollmaterial der Epochen III und V bestückt.

Im NBM 4/09 erschien bereits ein Bericht von der Anlage meines Vaters, jetzt habe ich mir eine eigene Anlage gebaut, – übrigens wieder mit einem Gewässer quer durchs Gelände. Da sie mit einer Größe von 2,20 m x 1,10 m recht klein ist, bietet sie vielleicht für den einen oder anderen Modellbahner ein paar Anregungen. Damit sie transportabel, rollbar und leicht ist, entstand der Unterbau aus vorgefertigten Teilen des Moba Ateliers Henschen in offener Rahmenbauweise. Die Trassen sind aus 6 mm Sperrholz. Die Anlage wurde nach folgenden Planungsvorgaben konzipiert:

- zwei unabhängige eingleisige Strecken ohne Oberleitung,
- Möglichkeit des Einsatzes von Straßenbahnen,
- abwechslungsreicher Fahrbetrieb,
- genügend Schattenbahnhofgleise,
- Wendemöglichkeit der Züge in beide Richtungen,
- Steigungen bis maximal 3%,
- so weit wie möglich großzügige Radien im sichtbaren Bereich,
- natürlich wirkende, großzügige Landschaftsgestaltung,
 - ein Fluss mit Hafenanlagen.

Es sind zwei Bahnhöfe sowie ein Gleisanschluss zum Hafen vorhanden. Die Bahnhöfe „Ennsleben Bf“ und „Ennsleben Hafen“ sind geschwungen angelegt. Die Hauptweichen sind sehr schlank. Unter dem Hügel verdeckt liegen zwei Schattenbahnhöfe auf zwei Ebenen mit insgesamt 17 Gleisen. Mit Ausnahme zweier Gleise für Triebwagen haben alle mindestens eine Länge von 95 cm. Zwei in die Schattenbahnhöfe integrierte Wendeschleifen ergeben zusätzliche betriebliche Möglichkeiten. Es sind durch die Schattenbahnhöfe meist elf Züge und drei Triebwagen auf der Anlage im Einsatz, ohne dass die Schattenbahnhöfe verstopft sind.

Eine Straßenbahn verbindet den Hafen mit der (gedachten) Stadt. Sie pendelt automatisch dank der Viessmann-Pendelzugsteuerung. Für das leibliche Wohl sorgt die Ausflugsgaststätte „Fischerstübchen“ mit Biergarten direkt am Fluss unterhalb des Bahnhofs „Ennsleben“. Auch können hier Ruderboote gemietet werden. Oberhalb der ganzen Szenerie thront die Burg „Steinberg“ (Kibri Branzoll). Als Hintergrund ist das Motiv „Wolkenstein“ von Auhagen angebracht.

Anlagentechnik

Der Fahrbetrieb wird analog mit zwei Heißwolf- Fahrreglern SFR 2000 gesteuert. Das Gleismaterial stammt von Roco und ist rostig angemalt. Die Weichen werden mit Antrieben von Conrad gestellt, die Unterflur-Entkuppler lieferte Herkat. Die Fahrstraßenschaltung erfolgt mittels Diodenmatrix. Es ist eine LED-Gleisbesetztmeldung eingerichtet.

Es sind zwei Fahrstromkreise vorhanden. Das hintere Gleis des unteren Bahnhofs wird je nach Weichenstellung dem passenden Fahrregler zugeordnet, ebenso der Abschnitt vom unteren Bahnhof bis in den unteren Schattenbahnhof (einschließlich der Wendeschleife). Es kann so mit dem gleichen Fahrregler von der einen auf die andere Strecke herübergefahren werden.

Landschaftsbau

Der Geländeunterbau besteht aus Kaninchendraht, der mit in Tapetenkleister getränkten Packpapierflicken beschichtet ist. Die Begrasung erfolgte mittels Elektrostat. Die Bäume und Büsche sind aus Seemoos mit Belaubung von Heki-Floor. Die Felsen wurden aus Heki-Felsfolie geformt, die Mauern sind aus Styrodur. Die Bahnsteigkanten bestehen aus Holzleistchen, die Bahnsteigflächen wurden aus Holzreparaturspachtel modelliert.

Der Schotter ist von MobaLit, Kitzbühel (auch Lieferant von echtem Bahnschotter für das Vorbild). Die Signale sind Viessmann-Bausätze, die sehr filigranen Bahnsteiglampen stammen von Kluba (Polen), die Geländer kommen meistens von NDetail. Ein zentraler Blickfang ist der Flusslauf quer durch das Gelände. Seine Basis ist nicht etwa ein tiefes, ausgestaltetes Bett, sondern feine Raufasertapete (Erfurt romantic), die dunkel eingefärbt und anschließend mit klarem, hoch glänzendem Bootslack überstrichen wurde. Die Wirkung ist verblüffend, wie man auch auf den Fotos sieht.

Seiten

Weitere Themen aus dieser Rubrik

Kompakter Modelleisenbahn-Anlagen-Entwurf mit Rund- und Pendelstrecken

Großzügige Gleisanlagen mit vielen Gleisen und aufwendigen Weichenstraßen sind zum Studium zwar sehr interessant, werden aber selten nachgebaut. Heinz Lomnicky habe... weiter